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Spezifische Kennzeichen des Tragverhaltens

Das Tragverhalten von Bauteilen kann anhand von Biege- oder Zugversuchen bewertet werden. Da Spannungs-Dehnungs-Linien aus einaxialen Zugversuchen die Materialeigenschaften von Textilbeton besser wiederspiegeln, wird das spezifische Tragverhalten im Folgenden am Beispiel eines Dehnkörperversuchs (Bewehrung des Versuchskörpers: 2 Lagen 2D-11-07) dargestellt.

Die in den Dehnkörversuchen ermittelten Spannungs-Dehnungskurven können in drei Abschnitte unterteilt werden:

Zustand IIa

Der Übergang von Zustand I in den Zustand IIa (Erstrissbildung) erfolgt bei Erreichen der Zugfestigkeit des Verbundquerschnitts.

Der Zustand IIa stellt die Phase der Mehrfachrissbildung dar. Es wurde festgestellt, dass das Spannungs-Niveau in dieser Phase vor allem bei höheren Bewehrungsgraden mit zunehmender Bauteildehnung steigt und zum Ende der Rissbildung den 1,3-fachen Wert der Erstrissspannung betragen kann.

Zustand IIb

Die Tragfähigkeit textilbewehrter Dehnkörper wird im Wesentlichen von der Zugfestigkeit der textilen Bewehrung bestimmt. Allerdings wird die Festigkeit des Rohmaterials, die Filamentzugfestigkeit, in Bauteilversuchen deutlich unterschritten.

Der Ausnutzungsgrad der textilen Bewehrung wird hierbei u. a. von den Verbundeigenschaften der Textilien und somit vom Fasermaterial und der textilen Bewehrungsstruktur bestimmt.